Beschluss: zur Kenntnis genommen

Beschluss:

Der Werkausschuss nimmt Kenntnis.


Protokoll:

Herr Dr. Köppen, Geschäftsführer der Wasser und Boden GmbH, berichtet über den am 10.09.2024 durchgeführten Pumpversuch des Brunnens „Im Sand“ in Remagen-Kripp. Details können der beigefügten Präsentation entnommen werden.

Der Brunnen „Im Sand“ liegt am Rhein im Bereich der „Goldenen Meile“. Das nähere Umfeld des Brunnens wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Das seinerzeit errichtete Messnetz ist in großen Teilen nicht mehr vorhanden. Bei dem Pumpversuch war noch eine Messstelle nutzbar. Bei einer technisch maximalen Förderung von 50 m³/h ergab sich eine Absenkung des Grundwassers im Brunnen von 11 cm. Eine Absenkung in der Messtelle konnte nicht festgestellt werden. Mit der Messung wurden die Werte des alten Pumpversuchs bestätigt. Herr Dr. Köppen bescheinigte eine hohe Leistungsfähigkeit der Brunnen.

Herr Dr. Köppen erläutert, wie die Schutzzonen I bis III aufgeteilt werden könnten. Er empfiehlt die Zonen gemäß den Markierungen auf Seite 17 (WS I – grün) und 21 (WS III – weiß) der Präsentation.

Zur Wasserchemie erklärt Herr Dr. Köppen, dass er derzeit keinen hohen Aufwand für die Wasseraufbereitung erwarte. Das Wasser müsse lediglich belüftet werden, um den hohen Kohlensäuregehalt zu reduzieren. Dies ist laut ihm ein gängiges Verfahren in vielen Wasserwerken. Alle geprüften Trinkwasserparameter liegen unterhalb der Grenzwerte. Insbesondere der Nitratwert liegt trotz der hohen landwirtschaftlichen Nutzung des Umlandes sogar deutlich unter dem Grenzwert. Im Zusammenhang mit der neuen Trinkwasserverordnung könnten sich die Aufbereitungsanforderungen erhöhen.

Der Wasserzufluss liegt trotz der Nähe zum Rhein bei einem Uferfiltratanteil von nur 10 %, der Restzufluss erfolgt landseitig unterirdisch von der Ahr. Das Verhältnis wird lediglich bei Rheinhochwasser verändert. Dann wäre zu prüfen, ob auch die Brunnen betroffen sind. Technisch sei es möglich, trotz Hochwasser, sauberes Wasser zu fördern.

Herr Dr. Köppen sieht ein Wasserrecht für 500 Tm³ als realistisch an. Die Geologie „Im Sand“ sei intakt und es handele sich um eine nutzbare Ressource. Er empfiehlt, die mögliche Nutzung des Brunnens in die städtische Planung einzubeziehen.

Herr Prof. Dr. Bliss betont die sehr gute Wasserqualität im Vergleich zu den Wassern, die im Supermarkt erhältlich sind.

Frau Reich möchte wissen, welche Auswirkungen der Ausweis der Schutzzone III für die anliegende Landwirtschaft und Betriebe habe. Herr Dr. Köppen führt aus, dass es keine Einschränkungen gebe. Zur Vorbeugung langfristiger Schäden im Bereich der Schutzzone III müsse die Kanalisation dort engmaschiger überprüft werden. Die anliegenden Betriebe müssten lediglich die Lagerung von wassergefährdenden Stoffen genau registrieren. Zum Vergleich nennt er den Bereich der Schutzzone III in Koblenz-Nord, in dem 850 wassergefährdende Stoffe gelistet sind, was kein Problem darstelle.

Herr Seidler führt an, dass in der von Herrn Dr. Köppen vorgesehenen Schutzzone III die neue Kläranlage des AZV Untere Ahr errichtet wird und möchte wissen, ob das problematisch sei. Herr Dr. Köppen verneint dies.

Im Ortsbeirat Kripp führte laut Herrn Blumenstein der hohe Kalkgehalt des Wassers aus dem Brunnen „Im Sand“ vermehrt zu Diskussionen. Er fragt, ob es technische Möglichkeiten gebe, den Kalkgehalt zu reduzieren. Als Geologe möchte Herr Dr. Köppen keine konkrete Aussage hierzu treffen, bestätigt aber, dass es technische Möglichkeiten gibt. Außerdem fragt Herr Blumenstein, ob eine Mischung des Wassers mit dem Ortsnetz Remagen und dem weicheren Wasser des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV) möglich sei. Diese Möglichkeit müsse man lt. Herrn Dr. Köppen vor dem Hintergrund der Mischungsverhältnisse prüfen, tätigt aber auch hierzu in seiner Eigenschaft als Geologe keine Aussage. Er geht von 12-13 °dH (Grad deutscher Härte) im Remagener Umland aus.

Herr Ingendahl betont, dass es bei dem Pumpversuch lediglich darum ging, die Leistungsfähigkeit des Brunnens zu bewerten, der als Notbrunnen für die kritische Infrastruktur zur Verfügung stehen soll. Durch den Klimawandel und den Rückgang der Grundwasserneubildung würde Trinkwasser immer kostbarer, so dass die zukünftigen Möglichkeiten des Wasserbezugs schon heute mitgedacht werden müssen. Er betont, dass die von Herrn Blumenstein angesprochene Wassermischung nicht einfach umsetzbar sei, da die Wasserinfrastruktur und der Zufluss aus Bonn dies technisch aktuell unmittelbar möglich machen.

Anmerkung der Verwaltung: Im Nachgang zur Sitzung erreichte die Betriebsführerin eine Anfrage des Ortsbeirates Kripp hinsichtlich der Wasserhärte in Remagen, da die Aussage zu den Härtegraden von 12-13 °dH in der Sitzung sich offensichtlich auf die umliegenden Gemeinden bezogen hatte und nicht auf die Stadt Remagen.

Die Betriebsführerin kann dies bestätigen. Gemäß den vorliegenden Wasseranalysen liegt die Wasserhärte in Remagen bei 6 °dH, die letzte Wasseranalyse „Im Sand“ bei 15 °dH. In der Stadt Sinzig liegt die Wasserhärte bei 12°dH.