Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Abstimmung: Ja: 9, Nein: 2, Enthaltung: 1, Sonderinteressen: 0

Beschluss:

Der Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss empfiehlt dem Stadtrat, das neue Vorhaben zustimmend zur Kenntnis zu nehmen und die Verwaltung mit der Durchführung des Änderungsverfahrens zu beauftragen.


Der Beigeordnete Volker Thehos rückt wegen Sonderinteresse vom Sitzungstisch ab.

Der Vorsitzende begrüßt Jürgen Ritter, Unternehmenssprecher des Projektträgers und Jakob Bungarten vom beauftragten Planungsbüro, die die geänderten Planinhalte vorstellen.

Diese führen aus, dass drei Nutzungen (Hotel, Gastronomie, Wohnen) in insgesamt sieben Gebäuden geplant seien, die sich mit ihrer Anordnung in die bestehende Umgebungsbebauung einfügen. Die Erschließung erfolgt durch eine gemeinsame Zuwegung über die Gemeindestraße „An der Alten Rheinbrücke“. Die unterirdische Parkebene soll komplett flutbar sein, um der Nähe zum Rhein gerecht zu werden. Ökologische Gesichtspunkte sollen durch Dachbegrünung, Grünflächen, Photovoltaik-Anlagen und eine natürliche Be- und Entlüftung der Parkebene berücksichtigt werden. Außerdem sollen Baustoffe mit guter Ökobilanz verwendet werden.

Bei dem geplanten Hotel soll es sich um ein Mittelklasse-Hotel handeln, das familienfreundliche Preise anbietet. Um die notwendige Rentabilität zu erreichen sind 120 Zimmer auf fünf Etagen über dem Empfang vorgesehen, wodurch das Hotel die Brückentürme nach aktueller Planung überragen würde.
Bezüglich der Wohnungen soll ein Mix aus Eigentum und Miete entstehen, die sich aufgrund der exklusiven Lage direkt am Rhein eher im höherpreisigen Segment wiederfinden werden.

Abschließend erwarte man durch die Planung auch einen Mehrwert für die Remagener Innenstadt und für Remagen insgesamt.

Die Mehrheit des Ausschusses begrüßt die vorgestellte Planung, gleichzeitig wird deutlich, dass e sim Detail noch Diskussionspunkte gibt. Mit der Tatsache, dass das Hotel die Brückentürme überragen soll, zeigen sich die Ausschussmitglieder nicht einverstanden, zumal dies der Absichtserklärung aus dem Stadtratsbeschluss vom 06.12.2021 widerspreche. Hier mögen die Projektierer eine mögliche Umplanung (z.B. Verlängerung des Baukörpers) prüfen.

Auch solle sichergestellt werden, dass ein Grundstücksverkauf nur erfolgt, wenn eine Realisierung als Gesamt-Projekt umgesetzt wird.

Jürgen Ritter bestätigt, dass es ohne einen Hotel-Betreiber keinen Baubeginn geben werde, da es sich hierbei um ein Gesamtkonzept handelt.

Der Vorsitzende ergänzt, dass die Gebäudehöhe mit der Denkmalbehörde abzustimmen sei. Unter anderem deswegen möchte man schnellstmöglich die zu beteiligenden Behörden, insbesondere Denkmal- und Wasserbehörde, in die Planung involvieren.

Er begrüßt den Entwurf sowie den Kontakt und Austausch mit dem Friedensmuseum und ist sich sicher, dass die Innenstadt und auch das römische Erbe von mehr Gästen profitieren können.

Vertragsklauseln, die das Vorhaben als Gesamt-Projekt verankern, können im weiteren Verfahren noch durch die Gremien festgelegt werden.

Auf Nachfrage gibt Jürgen Ritter an, dass man mit einer Bauzeit von mindestens 14 Monaten nach Erteilung der Baugenehmigung rechne.

Rolf Plewa gibt zu bedenken, dass die Absichtserklärung des Stadtrates nun vier Jahre alt sei und dass seitdem auch andere Interessenten aufgekommen seien. Seiner Meinung nach sollte man sich auch deren Planungen anhören.

Der Vorsitzende betont, dass er während dieser vier Jahre in permanentem Kontakt mit dem Projektierer gestanden habe. So haben auch juristische Hürden wie die Löschung der Auflassungsvormerkung des Vorgängers zu der Verzögerung beigetragen. Hierzu habe er mehrfach in Sitzungen berichtet Nach Löschung dieser wurde gemeinsam entschieden nach der Kommunalwahl 2024 das Verfahren wieder aufzunehmen.

Er erklärt, dass die entsprechenden Beschlüsse zum Einleitungsbeschluss und zur Unterrichtung sowie frühzeitigen Beteiligung (Stadtratssitzung am 06.12.2021) schon getroffen wurden, nur aufgrund der Änderungen der Inhalte bzw. des Entwurfs, habe er eine erneute Vorstellung für notwendig erachtet. Es wäre auch ein schlechtes Zeichen, wenn sich die Stadt und ihre Gremien nicht an Absprachen und Beschlüsse halten würden.

Thomas Nuhn erklärt für die FWG-Fraktion, dass kein neuer Interessent angehört werden soll und man sich an die bestehende Vereinbarung gebunden sehe und dass man froh sei über einen Projektierer aus Remagen.

Bettina Fellmer führt aus, dass die Grünen-Fraktion an der Absichtserklärung festhalten wolle.

Rita Höppner erklärt für die CDU-Fraktion, dass man mit dem aktuellen Projektierer wie beschlossen weitermachen wolle.

Nachdem die meisten Fraktionen ihre Meinung dargelegt haben, hält Rolf Plewa eine ursprünglich von ihm im Vorfeld der Sitzung geforderte Abstimmung darüber, ob weitere Interessenten im Gremium angehört werden sollen (vgl. Anlage), für nicht weiter notwendig.